Was ist der Bundeswahlkompass?

Der Bundeswahlkompass ist eine kostenlose Online-Applikation, welche Anwendern die Möglichkeit gibt, ihre politischen Meinungen mit den Positionen von Parteien zu vergleichen, die bei der Bundestagswahl 2013 antreten. Basierend auf den Antworten des Nutzers zu einer Reihe von Thesen berechnet der Bundeswahlkompass die jeweilige individuelle Position in der politischen Landschaft Deutschlands. Das bedeutet, dass der Nutzer objektiv zwischen den politischen Standpunkten der relevanten Parteien verortet wird.

Sagt mir der der Bundeswahlkompass, welche Wahlentscheidung ich treffen soll?

NEIN. Der Bundeswahlkompass legt Nutzern nicht nahe, für welche Partei sie am Wahltag stimmen sollen. Der Bundeswahlkompass soll nicht als Wahlempfehlung gesehen werden, da er nicht jedes Thema explizit behandelt, das die Parteien im Wahlkampf voneinander unterscheidet. Vielmehr basiert er auf einer wissenschaftlichen Auswahl 30 relevanter Thesen. Der Zweck des Bundeswahlkompasses ist es, das generelle Interesse an der bevorstehenden Bundestagswahl 2013 zu wecken und objektive Informationen auf der Grundlage der Wahlprogramme oder anderer offizieller Dokumente anzubieten. Jeder Wähler kann danach selbst entscheiden, welche Partei ihn oder sie am besten repräsentiert.

Wer hat den Bundeswahlkompass entwickelt?

Der Bundeswahlkompass ist ein akademisches Projekt eines Teams deutscher Wissenschaftler der Helmut-Schmidt Universität Hamburg, der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und der Freien Universität Berlin, welches unter der Leitung von Dr. André Krouwel und dem niederländischen Unternehmen Kieskompas entwickelt wurde. Kieskompas ist eine 2007 gegründete Gesellschaft mit Sitz an der Freien Universität Amsterdam, welche auf der Grundlage von innovativer Methodik Web-Applikationen zu nationalen, regionalen oder europäischen Wahlen entwickelt. Projekte wie diese wurden bereits in über 40 Ländern zu mehr als 25 Wahlprozessen durchgeführt.

Ist der Bundeswahlkompass an eine politische Partei gebunden?

NEIN. Der Bundeswahlkompass ist ein unabhängiges und grundsätzlich überparteiliches Non-Profit-Projekt. Der Bundeswahlkompass zielt darauf ab, deutschen Wählern eine objektive und transparente Analyse der politischen Landschaft bereit zu stellen. Es wurden ausschließlich anerkannte wissenschaftliche Methoden genutzt, um die Parteien auf Grundlage ihrer offiziellen Wahlprogramme, Grundsatzprogramme, Websites, Interviews oder ähnlichem zu positionieren. Jegliche Informationen, die dazu vom akademischen Team des Bundeswahlkompasses gesammelt wurden, sind der Öffentlichkeit zugänglich.

Wie und von wem wurden die relevanten Thesen ausgewählt?

Die Auswahl der Thesen basiert auf der akademisch anerkannten Methode der Inhaltsanalyse. Ausgehend von der Annahme, dass Themen, die am häufigsten von den politischen Parteien behandelt werden, auch die wichtigeren Anliegen für die Wähler darstellen, hat das Expertenteam des Bundeswahlkompasses 30 relevante Thesen ausgewählt. Diese spiegeln wichtige Themen des Wahlkampfes und der öffentlichen Debatte wider. Es ist wichtig zu betonen, dass die politischen Parteien keinerlei Einfluss auf die Auswahl und Formulierung der Themen oder Thesen hatten.

Wie und von wem wurden die konkreten politischen Positionen der Parteien bestimmt?

Das akademische Team war für das Codieren und die Positionierung jeder einzelnen Partei zuständig. Bei dem Vorgehen dieses Kalibrierungs-Prozesses wurde sichergestellt, dass höchste wissenschaftliche Standards in Bezug auf Präzision und Vollständigkeit eingehalten werden. Analysiert wurden öffentlich zugängliche Dokumente wie Partei- und Wahlprogramme, um die politischen Positionen zu einzelnen Thesen festmachen zu können. Auch den Parteien wurde die Möglichkeit eingeräumt, sich selbst zu positionieren. In diesen Fällen wurden die Selbstpositionierungen mit der Expertenpositionierung verglichen und anschließend versucht, eine optimale Übereinstimmung zu erreichen. Die wissenschaftlichen Experten des Bundeswahlkompasses behielten es sich vor, die letztendliche Positionierungsentscheidung zu treffen. Die Textstellen, die für das Codieren relevant waren, sind im Bundeswahlkompass direkt zugänglich.

Wie wurden die Politiker ausgewählt, zu denen im Bundeswahlkompass Fragen gestellt werden?

Die präsentierten Politiker sind Spitzenkandidaten und/oder Vorsitzende der jeweiligen Parteien. Ausgewählt wurden die Spitzenkandidaten der Parteien, die bereits im Bundestag vertreten sind und laut öffentlichen Meinungsumfragen auch 2013 höchstwahrscheinlich in den Bundestag einziehen bzw. dort verbleiben oder die anderweitig eine relevante Position in der öffentlichen Debatte einnehmen. Wenn eine Partei mehrere Spitzenkandidaten aufstellt, wie es bei den Grünen und der Linken der Fall ist, wurde von uns der jeweilige Fraktionsvorsitzende ausgewählt. Bei mehreren gleichberechtigten Sprechern der Bundespartei wurde eine Person ausgewählt.

Warum sind einige Parteien nicht in Bundeswahlkompass repräsentiert? Warum sehe ich nicht alle Parteien bei den Ergebnissen?

Der Bundeswahlkompass beinhaltet nicht alle zur Bundestagswahl 2013 zugelassenen Parteien, sondern nur solche, die laut öffentlichen Meinungsumfragen eine annehmbare Chance auf Einzug in den Bundestag haben und/oder eine relevante Position in der öffentlichen Debatte einnehmen.
Der Bundeswahlkompass berücksichtigt alle offiziellen Aussagen der einbezogenen Parteien im Prozess der Parteipositionierung. Wenn allerdings zwei Parteien in einem Themengebiet dieselbe Position einnehmen, kann es passieren, dass beide in der graphischen Darstellung nicht deutlich genug angezeigt werden. In diesem Fall liegen die Logos beider Parteien tatsächlich übereinander und die Darstellung ist nicht optimal. Wenn Sie „Position pro These“ auswählen, können Sie leicht die exakten Positionen aller Parteien zu den einzelnen Thesen überprüfen.